Chinesische Hersteller mischen den Motorradmarkt seit einigen Jahren spürbar auf. Was im Straßenbereich begann – solide Technik, moderne Ausstattung, attraktiver Preis – erreicht nun auch die Rennstrecken-Szene. Modelle wie die CFMoto 675 SR-R, Zontes 703 RR, die sportlichen QJMotor‑Supersportler und die neue ZXMoto 820 RR zeigen, dass Trackday‑Fahrer heute nicht mehr zwingend zu teuren japanischen oder europäischen Bikes greifen müssen, um schnelle Rundenzeiten zu fahren.
Der Trend ist klar: Mehr Performance für weniger Geld, ohne dass man sich technisch verstecken müsste. Genau das macht diese Bikes für Einsteiger, Hobby‑Racer und Trackday‑Fans so spannend.
CFMoto 675 SR-R – Dreizylinder-Power zum Kampfpreis
Die 675 SR‑R ist eines der spannendsten Projekte aus China: ein Dreizylinder‑Sportbike, klar auf die Rennstrecke ausgerichtet, mit aggressiver Ergonomie und moderner Elektronik. CFMoto positioniert die Maschine als Alternative zu Klassikern wie Yamaha R6 oder Triumph Daytona – allerdings zu einem deutlich niedrigeren Preis. Wir sehen die 675 Serie allerdings nicht auf dem Niveau einer alten R6, sondern eher zwischen Yamaha R7 und Yamaha R9.
Performance-Eindruck:
- Drehfreudiger 3‑Zylinder mit sportlicher Charakteristik
- Straffe, präzise Fahrwerksabstimmung
- Elektronikpaket mit Traktionskontrolle, Quickshifter, Fahrmodi
- Sehr gute Bremsperformance für Trackdays
Die 675 SR‑R ist kein „Billigbike“, sondern ein ernstzunehmender Sportler, der ambitionierten Fahrern ein starkes Paket bietet.

Zontes 703 RR – Sportbike mit Straßenfokus, aber Track‑Potenzial
Die Zontes 703 RR ist ein vollverkleidetes Sportbike mit klar sportlicher Ausrichtung, aber etwas alltagstauglicherer Ergonomie als reine Rennstreckenmaschinen. Ab Werk kommt der Michelin Power GP zum Einsatz – ein sehr sportlicher Reifen, der für manche Fahrer auf der Landstraße fast zu kompromisslos sein kann, auf der Rennstrecke aber glänzt.
Performance-Eindruck:
- Kräftiger Zweizylinder mit sauberer Gasannahme
- Sehr leichtes Handling, ideal für enge Kurven
- Gute Serienbereifung für Trackdays
- Elektronik und Ausstattung auf modernem Niveau
Die 703 RR ist ein Bike, das sowohl auf der Straße Spaß macht als auch auf Trackdays eine erstaunlich gute Figur abgibt.

QJMotor Supersport-Modelle – solide Technik, überraschend agil
QJMotor baut seit Jahren sportliche Mittelklassemaschinen, die sich durch robuste Technik und gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis auszeichnen. Ihre Supersportler – je nach Markt 550er, 600er oder 700er – sind keine High‑End‑Rennmaschinen, aber für Trackday‑Einsteiger absolut geeignet. Vor allem auch auf kleineren Rennstrecken können diese im Budgetbereich überzeugen.
Performance-Eindruck:
- Gutmütiges Handling, ideal für Lernkurven
- Standfeste Bremsen und solide Fahrwerkskomponenten
- Preislich oft deutlich unter japanischen Alternativen
- Perfekt für Fahrer, die erste Rennstreckenerfahrung sammeln wollen
QJMotor ist die „vernünftige“ Wahl: nicht extrem, aber zuverlässig und überraschend kompetent.

ZX Moto 820 RR – High‑Performance aus China
Die ZXMoto 820 RR ist ein Statement: ein leistungsstarker Dreizylinder mit über 800 cm³, vollverkleidet, aggressiv, und klar auf Performance ausgelegt. Sie richtet sich an Fahrer, die ein starkes Trackbike wollen, aber nicht bereit sind, 20.000 € für eine Ducati Panigale oder Yamaha R1 auszugeben.
Performance-Eindruck:
- Kraftvoller Motor mit viel Punch aus dem Keller
- Sportliches, straffes Fahrwerk
- Moderne Elektronik, Quickshifter, Traktionskontrolle
- Sehr gute Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten
Die 820 RR zeigt, wie weit chinesische Hersteller inzwischen sind: Das ist kein Einsteigerbike, sondern ein ernstzunehmender Trackday‑Sportler. Das beweist die Maschine gerade auch eindrucksvoll in der World SSP.

Warum chinesische Trackday-Bikes immer attraktiver werden
Preis-Leistung
Die größte Stärke: Man bekommt extrem viel Motorrad für vergleichsweise wenig Geld. Für viele Hobby‑Racer ist das entscheidend – denn Trackdays sind teuer genug.
Moderne Technik
Ride‑by‑Wire, Quickshifter, Traktionskontrolle, TFT‑Displays – all das ist heute Standard, selbst bei Modellen unter 8.000–10.000 €. Teile des Fahrwerks und der Bremsen stammen von etablierten Zulieferern wie KYB, Brembo etc. und somit sind auch hier keine Nachteile zu erwarten.
Gute Basis für Umbauten
Viele Fahrer nutzen die Bikes als Track‑Projekt:
- Rennverkleidung
- Sportreifen
- Fahrwerksupgrade
- Bremsbeläge
- Auspuffanlage
Die Plattformen sind solide und lassen sich gut weiterentwickeln.
Überraschend hohe Performance
Die Zeiten, in denen chinesische Motorräder belächelt wurden, sind vorbei. Auf Trackdays sieht man immer häufiger CFMoto, Zontes oder QJMotor – und sie fahren nicht hinterher.

Tipp: Wer Teile für China Bikes benötigt, kann hier einen Blick riskieren. Das Angebot für Straße und Rennstrecke steigt stetig.
Fazit: China-Bikes sind die neuen Geheimtipps für Trackday-Fans
Wer ein leistungsstarkes, modernes und bezahlbares Trackbike sucht, findet heute bei chinesischen Herstellern echte Alternativen zu etablierten Marken. Ob CFMoto 675 SR‑R, Zontes 703 RR, QJMotor‑Supersportler oder die ZXMoto 820 RR – alle bieten ein Paket, das für Einsteiger und Hobby‑Racer extrem attraktiv ist.
Sie sind günstig im Einstieg, performant auf der Strecke und zeigen, dass die Zukunft des Trackday‑Sports deutlich vielfältiger wird.
